Leserbrief

Sehr geehrter Herr Bauer,

der Artikel „Erinnerung an die friedliche Revolution“ veranlasst mich zu folgendem Leserbrief:

Es ist eine sehr gute Sache, wenn in Gotha an die friedliche Revolution erinnert wird. Schließlich gibt es auch in unserer Stadt Kräfte, die am liebsten den Mantel des Schweigens über die damaligen Ereignisse ausbreiten würden.
Die geplante Veranstaltungsreihe bietet die Möglichkeit, den Verharmlosern der SED-Herrschaft und Nutznießern der Revolution die Maske vom Gesicht zu reißen.
Die Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des Jahresprogramms der Stadt Gotha 2009/10 „20 Jahre friedliche Revolution und deutsche Einheit“ steht vor einer schwierigen, aber dennoch schönen Aufgabe.
Um diese zu bewältigen, sollten allerdings nicht nur die genannten Vertreter von Parteien und Institutionen  daran beteiligt werden, sondern auch Akteure, die damals eine große Rolle spielten, aber in der heutigen politischen Landschaft wenig Einfluss haben. Gerade die Opfer der Diktatur müssten in dem Gremium vertreten sein, um zu verhindern, dass sich „Wendehälse“ als Oberlehrer aufspielen können, die nur ganz vorsichtig hinter Gardinen den Lauf der Ereignisse verfolgten und sich dann als große Widerstandskämpfer aufspielten.
Bestimmt wäre es eine herbe Enttäuschung für die Menschen, die 1989 große Erwartungen hatten und mit den Ergebnissen der Wende unzufrieden sind, wenn sie jetzt erleben müssten, dass andere, die überhaupt nicht beteiligt waren, über diese Zeit urteilen.
Sicher fragen sich viele Zeitzeugen, warum sich kein Opferverband in der Arbeitsgruppe befindet und die CDU nicht vertreten ist.
Wird hier schon wieder Parteipolitik gemacht?
Katastrophal wäre, wenn Altgenossen der SED und Vertreter der Linkspartei durch die Hintertür in das Vorbereitungsgremium gelangen und die damit verbundenen Möglichkeiten für ihre Zwecke nutzen.
Sehr aufschlussreich könnte eine Informationen darüber sein, ob OB Knut Kreuch (SPD) Vorbereitungen getroffen hat, das zu verhindern. Erfolg und Akzeptanz des Veranstaltungs-
jahres hängen nämlich zu einem großen Teil von den daran beteiligten Personen ab.
 

Mit freundlichen Grüßen
Städler

Leserbrief zum Artikel “Erinnerung an die friedliche Revolution”

 

Mitteilung vom 14.02.2009

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Presse vom 14.02.2009

Stand: 19.08.2009