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Wahlergebnis bei der ersten und letzten freien Volkskammerwahl vom 18. März 1990 -
die DSU erreicht 6,3 % Stimmenanteil und 25 Mandate!

Volkskammerwahl-1990-Diagra

(Quelle: Original Zeitungsausschnitt “Neues Deutschland” vom 20. März 1990)

Volkskammerwahl-1990

(Quelle: Original Zeitungsausschnitt “Neues Deutschland” vom 20. März 1990)
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Ein CSU-Treueschwur nach dem Adenauer- Prinip: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!

Schreiben-Weigel-29.10.90a
Schreiben-Weigel-29.10.90c

(Quelle: Original Schreiben von Dr. Theo Waigel und Prof. Dr. Hansjoachim Walther vom 29. Oktober 1990)
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Geschichte der Deutschen Sozialen Union

Freiheit statt Sozialismus Am 20. Januar 1990 schlossen sich zwölf
 christliche, liberale und konservative Parteien und
 Vereinigungen (CSPD, Forumpartei, Fortschrittliche
 Volkspartei,CSU/DSU, Freie Demokratische Union,
 Sozialbürgerliche Union, Deutsche Freiheitsunion,
 Vereinigte Union Sachsen, CDSU, Deutsche
 Friedensunion, Thüringische Friedensunion und
 Thüringische Forumspartei), die sich alle während
 der Wende regional und überregional auf dem
 Gebiet der DDR gegründet hatten, zur Deutschen
 Sozialen Union (DSU) zusammen. Motor dieses
 Zusammenschlusses war die bayerische CSU
 (Christlich Soziale Union), die ihre bereits in Sachsen und Thüringen entstandenen CSU-Kreisverbände und CSU e.V. mit einbrachte. Vorsitzender wurde der Pfarrer der Leipziger Thomaskirche, Hans-Wilhelm Ebeling, welcher 1989 in Leipzig die Christlich-Soziale Partei Deutschlands (CSPD) gegründet hatte. Der neugegründeten Partei DSU blieb sehr wenig Zeit zur Profilierung.

Die ursprünglich für Mai 1990 vorgesehenen Volkskammerwahlen wurden zudem noch auf den 18. März vorgezogen. Es begann auf Betreiben der Führung der West-CDU die Forcierung der Bemühungen zur Bildung eines politisch konservativen Wahlbündnisses. Zu den Volkskammerwahlen ging sie zusammen mit der CDU und dem Demokratischen Aufbruch die "Allianz für Deutschland" ein und die Allianz als Sieger aus den Wahlen hervor. Mit Peter-Michael Diestel stellte die DSU den stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenminister der letzten DDR-Regierung.

Die "Allianz für Deutschland" wurde geschaffen. Sie bestand aus der DSU, dem konservativen Flügel des Demokratischen Aufbruchs und der Blockpartei CDU. Die West-CDU favorisierte von Anfang an die alte Blockpartei DDR-CDU. Verhandlungen der DSU zur Fusion mit der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD) wurden unterlaufen. Die DBD ging sang- und klanglos in der CDU auf. In der "Allianz für Deutschland", die, mit Helmut Kohl werbend, in die letzte Volkskammer der DDR einzog, errang die DSU 6,3 % Stimmen, in Sachsen sogar über 13%. Sie war die entschiedenste Befürworterin einer schnellen deutschen Einheit. Bei den Kommunalwahlen war die DSU ebenfalls sehr erfolgreich und besetzte insbesondere in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zahlreiche Mandate für Landräte, Bürgermeister, Stadtverordnete, Stadträte und Gemeinderäte. Die folgenden Jahre waren für die neuentstandene konservative Partei, die ihre Wurzeln in der friedlichen Revolution von 1989 hat, sehr schwer; sollte sie doch nach dem Willen der CDU von der politischen Bühne verschwinden. Unter Anderem wurden zu diesem Zweck gegen die DSU von Bonn aus mehrere Prozesse inszeniert.

Die DSU konnte diese juristischen Auseinandersetzungen, die bis 1996 dauerten, jedoch endgültig für sich entscheiden. Innerparteiliche Querelen und Unerfahrenheit im politischen Geschäft bei noch nicht gefestigten Strukturen führten zu Mitgliederverlusten, ebenso der Druck seitens der CDU. Nicht zuletzt hat auch die Unterschätzung des demokratischen Prozesses beim Entstehen effektiver Führungsebenen viele Mitstreiter aus der Wendezeit bis zur Mitte der neunziger Jahre zum vorzeitigen Aufgeben veranlasst. Dagegen wird der Bruch mit der bayerischen CSU als Schwester der CDU, der sich 1992 abzuzeichnen begann, heute von vielen DSU-Mitgliedern als seinerzeit zwar schmerzlich, aber langfristig unabwendbar gesehen, als logische Konsequenz und damit als entscheidender Schritt für den Beginn des selbstständigen Weges einer neuen konservativen Partei für Mitteldeutschland eingeschätzt.

Geschichte

Stand: 27.07.2008